Lichen ruber planus (Knötchenflechte)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Der Lichen ruber planus, auch bekannt als Knötchenflechte, ist eine nicht ansteckende Hauterkrankung, die durch den ausgeprägten Juckreiz stark belastend sein kann. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Definition

Was genau ist der Lichen ruber planus?

Der klassische Lichen planus ist eine schubartig verlaufende, entzündliche und hartnäckige Erkrankung der Haut, die auch die Nägel und Haare betreffen kann. Es kommt zur Ausbildung sehr massiv juckender, flacher Hautknötchen und Papeln, die sich rötlich bis braun verfärben, matt glänzen und scharf von der umgebenden Haut abgegrenzt sind. Der Lichen ruber planus kann in verschiedenen Hautarealen, u.a. auch in der Mundschleimhaut (oraler Lichen planus) und im Genitalbereich auftreten. Besonders häufig sind die Handgelenkinnenseiten und die Fußrücken betroffen.

Beim Kratzen können sich im Verlauf die Papeln (Hautknötchen) vermehren, da diese durch den mechanischen Reiz getriggert werden (sogenannter isomorpher Reizeffekt oder auch Köbner-Phänomen genannt).

Zwischen 1 und 5% der Allgemeinbevölkerung sind betroffen. Dabei gibt es keine geschlechterspezifischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Ursache

Was bedingt den Lichen ruber planus?

Die Ursache der Krankheit ist bis heute noch unbekannt, man geht jedoch davon aus, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Dabei attackiert das eigene Immunsystem in Form von zytotoxischen T-Lymphozyten aus unbekannten Gründen die eigenen Hautzellen. Der Lichen ruber zählt zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr zu den häufigsten Hauterkrankungen. Nichtsdestotrotz können auch Kinder erkranken, hierbei sind Jungen ca. doppelt so häufig betroffen wie Mädchen.

Folgende Faktoren werden als Ursachen diskutiert:

  • genetische Disposition bzw. Veranlagung
  • Allergien
  • Stress
  • Rheuma
  • Gelbsucht bzw. Leberprobleme
  • Viruserkrankungen
  • Zuckerkrankheit (Diabetes Mellitus)
  • Hepatitis B und C

Symptome

Welche Beschwerden werden verursacht?

Das Hauptsymptom dieser Krankheit sind zahlreiche kleine, juckende, rötliche oder bräunliche Knötchen auf der Haut. Besonders die Unterarme, Handgelenkbeuge, das Gesäß oder die Halsseiten sind beim klassischen Lichen planus betroffen. Befällt der Lichen ruber planus die Haare, so fallen diese Haarpartien aus und kahle Narben bleiben zurück.

Bei einer besonders starken Entzündung können sich auf den Knötchen weiße Blasen entwickeln. Hierbei handelt es sich dann um den vesikobullösen Lichen planus.

Seile in Knoten

Eine weitere Form ist der Lichen ruber hypertrophicus bzw. Lichen ruber verrucosus. Hierbei sind insbesondere die Schienbeine und die Zwischengliedergelenke (Interphalangealgelenke) betroffen. Stark pigmentierte, rötlich-violette oder auch braune Läsionen mit überschießender Verhornung der Epidermis (Hyperkeratose) bilden sich unter sehr starkem Juckreiz aus. Der Verlauf ist auch hier chronisch und das Risiko, aufgrunddessen ein Plattenepithelkarzinom zu entwickeln ist ebenfalls erhöht.

Bei der oralen Variante des Lichens ist ein charakteristische, weißlich-schimmernde Streifung ("Wickham-Streifung") an der Mundschleimhaut zu erkennen.

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Therapie

Was wird gegen den Lichen unternommen?

In vielen Fällen bildet sich der Lichen ruber innerhalb eines Jahres spontan zurück und eine Therapie ist deshalb nicht immer nötig. Ärztlicher Rat ist aber dennoch sinnvoll. Im Durchschnitt dauert die Erkrankung zwischen ein und zwei Jahren. Rückfälle nach der Abheilung sind möglich. Da die eigentliche Ursache nicht bekannt ist, ist eine Behandlung schwierig und es erfolgt eine symptomorientierte Therapie.

Empfohlene Mittel sind Kortisonpräparate und Calcineurininhibitoren, die auf die Haut aufgetragen werden und das Immunsystem unterdrücken.

Die Lichttherapie in Form einer PUVA-Therapie kann die Abheilung der Knötchen fördern und ergänzend eingesetzt werden. Gegen den Juckreiz helfen kühlende Umschläge und Antihistaminika.

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise